Rede zu Top 5 am 30.11.2017 "Bologna Prozess reformieren. Rückkehr zu bewährten Studienabschlüssen auch in NRW!", Antrag der Fraktion der AfD, Drucksache17/1284


Sehr geehrter Herr Präsident! /  Frau Präsidentin!

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

 

Wir haben es hier mal wieder mit einem Antrag der AfD zu tun, der ausschließlich rückwärtsgewandt ist. Uns wundert das nicht, da doch die Programmatik der AfD heißt „Früher war alles besser –  was interessiert uns die Zukunft“ – Was interessiert uns Europa und die Welt.

 

Erneut versucht die AfD durch diesen Antrag Brücken nach Europa abzubauen, statt zu intensivieren. Isoliert sollen Einzellösung für die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen geschaffen werden.

Das ist anti-europäische Politik, die von der CDU-Fraktion ausdrücklich nicht unterstützt wird.

 

 

Nordrhein-Westfalen hat eine europaweit einzigartige Hochschul- und Forschungslandschaft, die weit über unsere Landesgrenzen hinaus Ideengeber und Motor für gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt ist. Dieses international sichtbare Profil wollen wir, die NRW Koalition, weiter schärfen, um die besten Studenten und Wissenschaftler für Nordrhein-Westfalen zu gewinnen.

 

Ihr Vorschlag wäre ein Rückschritt und würde die Attraktivität und den Fortschritt des Hochschulstandortes NRW gefährden.

 

Die Bologna-Reform hat uns in NRW, im Herzen Europas, als Hochschulstandort attraktiver und wettbewerbsfähiger gemacht.

Sie ist Teil eines europäischen Einigungsprozesses, zu dem sich die CDU ausdrücklich bekennt!

 

Die NRW-Koalition hat daher nicht nur den Anspruch, Motor dieses Einigungsprozesses zu bleiben, sondern insbesondere auch den gemeinsamen europäischen Hochschulraum dahingehend fortzuentwickeln und unseren Studierenden Internationalität zu ermöglichen.

 

 

Sie schreiben in Ihrem Antrag mit negativer Auslegung, dass 87 Prozent der Studiengänge deutschlandweit zu einem Bachelor – oder Masterabschluss führen. Ich muss sagen, ich finde es gut! Das spricht doch für eine erfolgreiche Umsetzung der Bologna-Reform.

 

Die Reform hat für die Hochschulen auch die Chance gebracht, verkrustete Strukturen zu hinterfragen und aufzubrechen, Studienpläne zu entrümpeln und auf einen aktuellen Stand zu bringen. Neue, an aktuelle Berufsfelder angelegte Studiengänge wurden geschaffen und mehr Praxisanteile integriert.

 

Und gerade diese Praxisnähe ist das, was unsere Unternehmen in Kooperation mit den Hochschulen begrüßen. Lernziele sind klarer an die Anforderungen der Wirtschaft ausgerichtet worden und erleichtern Absolventen den Einstieg in die Berufswelt.

 

Gerade noch am Wochenende wurde dies mir gegenüber, im Gespräch mit Vertretern einer Fachhochschule, einem Berufskolleg und international tätigen Firmen, bestätigt und auch erwähnt, dass die Zahl der Studienabbrecher, die berufsbegleitend den Bachelor und Master machen, gegen Null geht.

 

Die Mobilität der Studenten in Europa wird durch Bologna erleichtert. Die Abschlüsse auf Basis einheitlicher Bewertungssysteme sind anerkannter und vergleichbarer geworden. Dies hat einen großen Fortschritt der Akzeptanz bei ausländischen Arbeitsgebern und umgekehrt ausländischer Studenten bei uns geführt.

 

Durch verschiedene Studienabschnitte – Bachelor als Grundstudium, mit einem vollwertigen Abschluss nach rund 3 Jahren und einem Master als Erweiterung, mit Wahlmöglichkeiten zwischen Modulen, wird zudem eine flexiblere Karriereplanung ermöglicht.

 

Ich gebe zu, kein System ist so gut, dass es man es nicht verbessern kann und daher sollte man konstruktive Kritik auch ernst nehmen und das System in Zusammenarbeit mit den Hochschulen fortentwickeln - aber nicht wie Sie es wollen, rückabwickeln.

 

Man muss man aber auch sehen, dass heutige Schulabgänger deutlich jünger sind und oftmals auch eine gewisse persönliche Reife für ein anstrengendes Studium noch nicht mitbringen. Für manch einen, ist dann auch der Weg über eine Berufsausbildung, an die sich ein Studium anschließen kann, vielleicht der bessere.

 

Daher müssen wir mit den weiterführenden Schulen daran arbeiten, die Studierfähigkeit der Schulabgänger zu verbessern und Schülerinnen und Schülern bereits in den weiterführenden Schulen zur Studien- und Berufswahl besser beraten und begleiten.

 

Meine Damen und Herren, wir werden die im Koalitionsvertrag klar festgeschriebene Fokussierung auf eine Verbesserung der Studienbedingungen, eine stabile

Finanzierung der Hochschullandschaft, einen gelingenden Wissenstransfer und eine starke Internationalisierung umsetzen.

                                                                             

Blicken wir also weiter nach vorn, statt zurück!  Vielen Dank!

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