Andrea Milz beeindruckt von Ehrenamt und Sport in Gütersloh

Staatssekretärin auf Informationstour mit Raphael Tigges

Andreas Milz hat sich viel vorgenommen: In den nächsten vier Jahren der laufenden Legislaturperiode will sie alle 54 Stadt- und Kreissportbünde in Nordrhein-Westfalen besuchen. Jetzt war die Staatssekretärin im neu geschaffenen Ressort für Sport und Ehrenamt in Gütersloh. Bevor es zum Treffen mit den Vertretern vom Kreissportbund ging, standen neben einem Gespräch mit Bürgermeister Henning Schulz zwei andere Termine auf dem Programm. Gleich nach ihrer Ankunft stattete Milz dem Bürgerverein Blankenhagen einen Besuch ab, wo sie vom Landtagsabgeordneten Raphael Tigges und der Vorsitzenden Ursula Höffer begrüßt wurde.

Seit 40 Jahren existiert der rund 100 Mitglieder zählende Verein, der sich das Ziel gesetzt hat, die allgemeinen Lebensbedingungen in Blankenhagen und das Image des Stadtteils zu verbessern. „Blankenhagen mit seiner multikulturellen Bevölkerung ist teilweise nicht unproblematisch“, erklärte Tigges. „So haben 98 Prozent der Kinder in der Grundschule einen Migrationshintergrund. Der Bürgerverein ist ein tolles Beispiel, wie hier Ehrenamt mit vielen Initiativen und Aktionen zum Wohl der Gemeinschaft wirkt.“ „Alle die hier wohnen, leben gerne hier“, ergänzte Höffer. „Die Probleme von Blankenhagen werden eher von außen gesehen.“ Milz empfahl dem Verein, die Möglichkeiten zu nutzen, die sich aus der Mitgliedschaft der Stadt im „Kommunalen Netzwerk zur Förderung des bürgerlichen Engagements“ ergeben. Außerdem hält sie es für wichtig, weiterhin junge Mitglieder für den Verein zu werben, auch unter den Migranten, in deren Kulturkreisen das Ehrenamt häufig keine große Rolle spielt.

Anschließend ging es nach Avenwedde ins Musikzentrum Altewischer, wo Tigges selbst in seiner Freizeit Musik macht. Hier trafen sich die Staatssekretärin und der Landtagsabgeordnete mit dem Vorstand des Jugendmusikkorps Avenwedde-Stadt Gütersloh. Die Vorsitzende Petra Schalück und Pressewart Peter Wiese erläuterten Milz den Erwerb des denkmalgestützten Gebäudes für den Musikverein. Auch das Ausbildungskonzept von der musikalischen Früherziehung über Mini-Ensembles und Schülerorchester bis zum Hauptorchester kam zur Sprache. Milz war beeindruckt von der Tatsache, dass der gesamte Betrieb des Jugendmusikkorps mit seinen 200 Schülern rein ehrenamtlich organisiert wird. „Das Musizieren im Verein ist etwas anderes als in einer klassischen Musikschule“, sagte Wiese. „Die Kinder erleben hier Gemeinschaft und erwerben so Social Skills.“ Auf seine Ergebnisse kann der Musikverein stolz sein: Er betreibt das höchstbewertete Blasorchester in Ostwestfalen-Lippe und darf in diesem Jahr die Verleihung des Preises des Westfälischen Friedens in Münster musikalisch begleiten.

Letzte Station auf Milz’ Sport- und Ehrenamtstour war der Austausch mit Vertretern des Kreissportbundes Gütersloh in der Sporthalle „Alte Ziegelei“ in Friedrichsdorf. Geschäftsführer Peter Hatschbach hatte Verantwortliche vom TuS Friedrichsdorf, dem Spexarder Sportverein, den Sportfreunden Loxten und des SC Halle eingeladen. Dabei präsentierten die beiden Gütersloher Vereine mit Stolz ihre 1995 gebaute Sporthalle, die ausschließlich dem Vereinssport dient und auch nach 23 Jahren Nutzung noch in einem top Zustand ist. Wichtigste Themen des Gesprächs waren Maßnahmen gegen den Mitgliederschwund, die Zunahme an Verwaltungsaufgaben für die ehrenamtlichen Kräfte, die Professionalisierung der Strukturen und die zunehmende Notwendigkeit von hauptamtlichem Personal. Der SV Spexard stellte unter dem Stichwort „Junges Ehrenamt“ seinen Handlungsleitfaden für Kinder- und Jugendschutz vor. Die Idee des Jugendvorstandes des Spexarder Sportvereins fand Milz so gut, dass sie die Idee im ganzen Land weiterverbreiten will. Milz ermunterte die Sportler, alle Hilfsangebote auszuschöpfen: „Im Ehrenamt neigt man manchmal dazu, bescheiden zu sein“, so Milz. „Das lohnt sich nicht. Es gibt in unserem Land eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten für den Sport, die sie in Anspruch nehmen sollten.“ Schließlich machte Milz auf die neuen Datenschutzbestimmungen in der Vereinsarbeit aufmerksam. Sie kündigte an, dass dazu eine Checkliste oder Broschüre angefertigt werde.


Im Bild: Raphael Tigges und Andrea Milz (Mitte) beim Bürgerverein Blankenhagen, rechts die Vorsitzende Ursula Höffer.


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