Hier können Sie meine Plenarrede vom 18.09.2020 zum SPD-Antrag "Den Worten des Koalitionsvertrages Taten folgen lassen - Die Landesregierung muss mehr für die Fernuniversität Hagen tun" nachlesen.

Sehr geehrter Herr Präsident!/ Frau Präsidentin

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Die Fernuniversität Hagen ist mit ihren mehr als 76.000 Studierenden die größte Universität Deutschlands und als einzige staatliche Fernuniversität ein Aushängeschild der nordrhein-westfälischen Hochschullandschaft.

In vielen Bereichen nimmt die Fernuni Hagen eine Vorreiterrolle ein: So studieren 80 % der Eingeschriebenen berufsbegleitend. Viele Studierende sind eher schon lebenserfahrener oder haben familiäre Verpflichtungen die Flexibilität erfordert.  

Damit leistet die Fernuniversität Hagen einen wichtigen Beitrag  zur Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Studium, und ist ein wichtiger Baustein für das durchlässige, lebenslange Lernen in NRW.

Gerade die Corona Pandemie verdeutlicht die jahrelange Erfahrung der Fernuni Hagen im Umgang mit Hybridformaten aus digitalen und Präsenzinhalten, während bei vielen Hochschulen zunächst nur ein eingeschränkter Studienbetrieb möglich war.

Daher tauschten sich, wie uns berichtet wurde, einige andere Hochschulen mit der Fernuni Hagen in dieser Zeit aus und profitierten von ihrem Erfahrungsvorsprung.

Die besondere Bedeutung der Fernuniversität Hagen für unsere Hochschullandschaft hat die NRW-Koalition deshalb auch in ihrem Koalitionsvertrag hervorgehoben.

Gemeinsames Ziel von Hochschule und Landesregierung ist es, die Fernuniversität Hagen zu einer weltweit führenden und forschungsorientierten Open University auszubauen.

Dazu wurde bereits 2018 ein Umsetzungskonzept „Entwicklungsperspektiven der Fernuniversität Hagen“ gemeinsam mit Hochschule und Ministerium abgestimmt.

In einem weiteren Schritt bekam die Fernuni Hagen mit der Novellierung des Hochschulgesetzes durch CDU und FDP mit

§ 77b sogar einen eigenen Paragraphen, der die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung der Hochschule verankert.

Diese Zwischenschritte verdeutlichen, welchen Stellenwert die Hochschule für die NRW-Koalition hat.  

In der Ausschusssitzung im Mai hat uns die Rektorin der Fernuniversität Hagen auch noch einmal bestätigt, welche Unterstützung sie als Hochschule aus dem Ministerium bereits bei der Konzeption und Fortentwicklung der Open University erhalten hat.

Das ist genau diese Unterstützung, welche Sie – liebe Kolleginnen und Kollegen der SPD – nun mit Ihrem Antrag hier sehr undifferenziert fordern und selber in der Vergangenheit immer vermissen ließen.

Ich darf dazu feststellen, dass erst mit dem Koalitionsvertrag von CDU und FDP die Stärkung der Fernuni Hagen und die Zielrichtung auf das Projekt Open University überhaupt politisch aufgegriffen und klar niedergeschrieben wurde.

Meines Wissens ist da in Ihrer Regierungszeit gar nichts geschehen. Sie waren da eher ideen- und tatenlos.

CDU und FDP waren es im übrigen auch, die zunächst einmal die Hochschulpaktmittel generell verstetigt haben. Von denen auch die Fernuni Hagen profitiert hat.

CDU und FDP sind es auch, die nun den Hochschulen bis 2021 zusätzlich 50 Mio. € jährlich für die Digitalisierung von Studium und Lehre, Infrastruktur und Verwaltung zur Verfügung stellen.

Das war nicht die SPD!

Und natürlich braucht auch dieses Projekt der Open University eine entsprechende finanzielle Förderung.

Mit 4 Mio. Euro zusätzlich aus dem Hochschulpakt für 2018 und 2019, 6 Mio. für 2020 und möglicherweise einem weiteren jährlichen Plus von 6 Mio. Euro aus dem „Zukunftsvertrag Studium und Lehre“ hat das Land hier Taten folgen lassen.

Und wenn ich vermuten darf und das wäre auch unser Wunsch, wird das Ministerium auch den Weg der weiteren angemessenen Finanzierung des Projektes in künftigen Haushalten im engen Austausch mit der Fernuni Hagen diskutieren.

 

Sie wissen genau wie wir, dass die finanzielle Ressourcen, gerade in der Nach-Coronazeit knapp sein werden.

Daher hätte ich mich gefreut, wenn Sie in Ihrem Antrag nicht wie üblich pauschal gefordert hätten „die Zuschüsse deutlich zu erhöhen“, sondern auch mal konkret geworden wären und vielleicht auch mal einen Vorschlag zur Gegenfinanzierung aufgezeigt hätten.

Wir verfolgen das Ziel konsequent weiter und stellen die Hochschullandschaft in NRW weiterhin zukunftsorientiert auf.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.


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